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Passiv gekühlter Intel Core i3 im Eigenbau

Warum und wieso?

Zuvor hatte ich einen kleinen Zotac IONITX A mit zwei Atom 330 Cores. Er war gut genug für einfache Office Anwendungen, programmieren und surfen. Die Leistung hat mir aber einfach nicht mehr ausgereicht. Besonders für die Videobearbeitung reichte er bei Weitem nicht mehr aus. Allerdings wollte ich auf die Vorteile, sprich den geringen Stromverbrauch und das kleine Gehäuse nicht verzichten. Auch sollte er möglichst Leise sein. Dann stieß ich auf das Gehäuse von Impactics, welches den Aufbau eines passiv gekühlten Systems im Mini-ITX Format ermöglicht. Mit diesem Gehäuse ist es sogar möglich einen Intel Core i5 passiv zu betreiben, aber ich wollte es nicht übertreiben und außerdem ist es auch eine Kostenfrage. So habe ich mich nach einiger Recherche für folgende Konstellation entschieden:

Komponenten

Gehäuse und Innenleben

  • Intel Core i3 mit passiver Kühlung von Impactics
  • Impactics C3LH-B mit ASRock H67M-ITX
  • Impactics C3LH-B mit ASRock H67M-ITX
  • picoPSU-160-XT auf ASRock H67M-ITX
  • ASRock H67M-ITX im Impactics Gehäuse
  • Impactics C3LH-B Mini-ITX Gehäuse von Hinten
  • Impactics C3LH-B Mini-ITX Gehäuse von Vorne

Das Gehäuse

Da ich eher ein Minimalist bin, war und bin ich vom Gehäusedesign begeistert. Praktisch gesehen wäre es aber schön, wenn das Gehäuse wenigstens über zwei USB-Anschlüsse und einen Anschluss für Mikrofon und Kopfhörer vorne verfügen würde. Aber man kann nicht alles haben. Das Gehäuse selbst ist massiv und sehr gut verarbeitet. Das Einzige was ich zu bemängeln hatte war, dass das Kabel vom Frontpanel zu kurz war um ganz zum ASRock Motherboard zu reichen. Ich habe damals Impactics deswegen angeschrieben und bekam sofort eine nette und kompetente Rückantwort. Allerdings war die Lösung dann so, dass ich das Kabel selber verlängert habe. Das Problem ergibt sich wohl bei anderen Motherboard-Varianten nicht.

Stromversorgung und -verbrauch

Das Gehäuse hätte genügend Platz für ein internes Netzteil. Dies ist von Impactics ebenfalls passend erhältlich. Ich habe mich allerdings für das kleine PICO Netzteil entschieden. Einfach deswegen, weil ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe und dies auch im Linux Home Server verwende. Meine Wahl des PICOs ist vielleicht etwas überdimensioniert. Es hätte wohl auch eine 90-W-Variante gereicht. Nach der Montage auf dem Motherboard ist der Abstand zum Gehäusedeckel allerdings recht gering. Ein Isolierabdeckung unter dem Deckel an richtiger Stelle schadet hier sicherlich nicht. Der Stromverbrauch liegt bei ca. 40 bis 45 Watt in Normalbetrieb.

Montierung der passiven Kühlung

Die Anbringung der einzelnen Komponenten der passiven Kühlung ist gut beschrieben. Da mein Intel Core i3 BOX-Ready geliefert wurde, also mit montiertem Kühler, musste ich diesen erst mal abmontieren und die Oberfläche des Prozessors von der ursprünglichen Leitpaste befreien. Dies habe ich mit Feuerzeug-Benzin gemacht. Sicherlich gibt es hierfür Besseres, aber ich hatte nichts anderes zur Hand und die Entfernung damit ging problemlos. Die Leitpaste auf die einzelnen Komponenten der Kühlung zu bringen ist allerdings nicht ganz einfach, zumindest nicht, wenn man es halbwegs sauber machen will. Wichtig ist hier nicht zu viel draufzuschmieren. Es gibt auch gut Youtube Videos wie man die Leitpaste am optimalsten auf den Prozessor verteilt. Diese vorher anzuschauen halte ich für empfehlenswert. Teilweise wäre es gut 4 Hände zu haben, aber mit etwas Geduld hat es dann doch recht gut geklappt.

Fazit

Allem in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Kleinen. Für meine Bedürfnisse (Bild- und ein bisschen Videobearbeitung und normalen Office- und Internet-Tätigkeiten) ist er mehr als ausreichend. Installiert ist Windows 7 Professional, 64-Bit und damit komme ich auf einen Windows-Leistungsindex von 5.2. Hier ist die größte Krücke natürlich der integrierte HD2000 Grafik-Chip, aber das spart eben auch Strom. Ich bin erstaunt wie leistungsfähig der kleine Intel Core i3 doch ist. Videobearbeitung mit Magix und Microsoft Movie Maker funktioniert schnell und problemlos. Sicherlich trägt hier die schnelle ForceGT SSD auch ihren Beitrag dazu.

Die höchste Temperatur unter Volllast, die ich bis jetzt beobachtet habe, war 68°C. Die Temperatur im Normalbetrieb (inklusiv Videobearbeitung) liegt im Bereich von 28-56°C. Ein nettes, kostenloses Programm, um die Temperatur in der Taskleiste im Auge zu halten, ist "Core Temp". Allerdings muss man bei der Installation aufpassen, nicht anderen Müll automatisch mitinstalliert zu bekommen. Das Gehäuse wird warm, was es ja auch soll, aber man kann die Hand gut drauf lassen.


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Ja, erkenne mich, wenn ich das nächste mal hier bin